Zahngesund durch die Kindheit

Gesunde Milchzähne sind für Kinder sehr wichtig! Sie tragen dazu bei, dass sich der Kiefer richtig entwickeln, das Kind deutlich sprechen und richtig kauen lernt. Sind die Milchzähne kariesfrei, ist dies die beste Voraussetzung für gesunde Zähne ein Leben lang. Eltern können viel dafür tun. Gründliche Zahnpflege und abwechslungsreiche Ernährung gehören dazu. Dieser Leitfaden gibt Ihnen als verantwortungsvollen Eltern wertvolle Tips dafür.

Karies – Hauptgefahr für die Milchzähne

Kariesverursachende Bakterien ernähren sich hauptsächlich von Zucker, der auch schon in der Muttermilch enthalten ist. Diese Bakterien produzieren Säuren und greifen die Zähne an, indem sie Kalzium und Phosphat aus dem Zahnschmelz lösen: zuerst nur an der Zahnoberfläche, später immer tiefer im Zahn. Ein Loch entsteht – Karies! Milchzähne sind besonders empfindlich, denn der Zahnschmelz ist nur etwa halb so dick wie der von bleibenden Zähnen.

Babys – 0 bis 12 Monate:

Hauptsächlich verantwortlich für Karies sind die so genannten Streptococcus mutans-Bakterien. Ein Neugeborenes hat diese Bakterien noch nicht. Die Übertragung erfolgt meist durch den Speichel der Eltern. Wenn Sie beispielsweise den Schnuller oder Löffel, mit dem Sie Ihr Kind füttern, ablecken, könne Sie die Streptokokken an Ihr Baby weitergeben. Wissenschaftler haben herausgefunden: je später ein Kind mit den Bakterien angesteckt wird, desto weniger Karies entwickelt es in den nächsten Jahren. Vermeiden Sie es deshalb, den Sauger oder Babylöffel selbst in den Mund zu nehmen.

Das erste Zeichen: Sobald der erste Milchzahn da ist , sollten Sie diesen 1 x am Tag „putzen“. Verwenden Sie am besten anfangs ein Wattestäbchen.

Gefahr „Nuckelflaschen-Karies“: Geben Sie Ihrem Baby nicht über längere Zeit zuckerhaltige Getränke in der Flasche zum „Dauernuckeln“. Werden die Zähne immer wieder mit zuckerhaltigen Flüssigkeiten umspült, sind sie ständig Säureangriffen ausgesetzt. Den Durst Ihres Kindes löschen Sie am besten mit Wasser oder ungesüßten Früchte- und Kräutertees.

Kleinkinder – 1 bis 4 Jahre:

Spätestens ab dem ersten Backenzahn (etwa im Alter von 1 ½ bis 2 Jahren) sollten Sie eine spezielle Kinderzahnbürste verwenden, die es in vielen kindergerechten Varianten gibt. Am besten sucht Ihr Kind seine Bürste selbst aus – so macht Zahnpflege gleich viel mehr Spaß!

Geben Sie auf die Zahnbürste eine fluoridhaltige Kinderzahncreme (Konzentration 500ppm Fluorid). Bis zum zweiten Geburtstag genügt 1x am Tag eine höchstens erbsengroße Menge, danach 2 x täglich die gleiche Menge. Bitte achten Sie darauf, dass Ihr Kind nach mindestens 3 Minuten Putzen die Zahncreme (den Schaum) ausspuckt und mit warmen Wasser mehrmals gründlich nachspült.

Gewöhnen Sie Ihr Kind spielerisch an regelmäßiges Zähneputzen – 2 x täglich lautet die Regel. Ab etwa 2 Jahren beginnt Ihr Kind mit eigenen Putzversuchen. Da Kinder in diesem Alter noch nicht jeden Zahn mit der Bürste erreichen, ist es am Besten, Ihr Kind putzt vor und Sie bürsten nach. Lassen Sie Ihr Kind die Kauflächen alleine putzen. Mit etwa 4 ½ Jahren kann es dann auch die Außenflächen der Zähne selbstständig bürsten. Zahnbelag bildet sich vor allem in den Furchen der Kauflächen und zwischen den Zähnen. Hier müssen Sie besonders gründlich nachreinigen – eventuell auch mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen.

Zahnärzte empfehlen Zähneputzen nach der KAI-Methode:

Kauflächen: gründlich schrubben, das löst Speisereste und Beläge.

Außenflächen: kreisförmig, damit auch in den Zwischenräumen alles sauber wird.

Innenflächen: Zahn für Zahn. Von Rot nach Weiß, d.h. vom Zahnfleisch zur Zahnspitze.

Loben Sie Ihr Kind, wenn es eifrig Zähne putzt! Lassen Sie Ihr Kind zusehen, wie Sie selbst die Zähne putzen. So nutzen Sie den Nachahmungstrieb Ihres Kindes. Denn was die Großen machen, ist für die Kleinen immer interessant.

WICHTIG: Keine süßen „Betthupferl“ und keine süßen Getränke nach dem Zähneputzen am Abend!

Der erste Besuch beim Zahnarzt: Ab dem Alter von 2 ½ Jahren – spätestens wenn alle Milchzähne vorhanden sind – steht der erste Termin beim Zahnarzt an. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese zahnärztliche Früherkennungs-Untersuchung (zwischen 2 ½ und 3 ½ Jahren) sowie für weitere Kontrolluntersuchungen alle 6 Monate. Am Besten nehmen Sie Ihr Kind bei einem Ihrer Zahnarztbesuche mit oder fragen Ihren Kinderarzt nach einem speziellen Zahnarzt für Kinder. In aller Regel wird bei diesem ersten Besuch keine schmerzhafte Behandlung bei Ihrem Kind durchgeführt, schließlich soll es sich gerne an den Besuch erinnern.

Vorschul- und Schulkinder - ab 5 Jahre:

Im Vorschulalter ist Ihr Kind in der Lage, auch die Innenflächen der Zähne selbst zu säubern. Nachputzen sollten Sie mindestens bis zum 6. Lebensjahr, bis die ersten bleibenden Backenzähne vollkommen sichtbar sind, weil diese wie die Milchzähne besonders kariesgefährdet sind. Gegen Süßes ist im Prinzip nichts einzuwenden, wenn nicht ständig genascht wird. Am wenigsten schaden süße Leckereien nach den Hauptmahlzeiten. Sehr gesund ist Nahrung, die kräftig gekaut werden muss wie Obst und Gemüse, Käse oder Brot. Denn durch das Kauen wird der Speichelfluss gesteigert.



Eingestellt am 19.01.2011 von Dr. Wagner
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