Wenn Das Herz Probleme macht

Wenn das Herz Probleme macht

Die Parodontitis zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen des Menschen. Sie ist charakterisiert durch eine Zerstörung von zahntragenden Strukturen, die unbehandelt zu Zahnverlust führt. Ursächlich für die Erkrankung ist ein polymikrobieller Biofilm. Dieser setzt sich aus mehreren hundert bakteriellen Spezies zusammen, von denen einige als Parodontalpathogene identifiziert wurden. Eine Parodontitis entwickelt sich in empfänglichen Individuen in der Regel aus einer Gingivitis, einer vollständig reversiblen Entzündung des gingivalen Weichgewebes. Die Empfänglichkeit eines Patienten für die Parodontitis ist begründet durch zahlreiche Risikofaktoren. Diese umfassen sowohl verhaltensbedingte (zum Beispiel Rauchen), systemische (wie Diabetes) als auch angeborene Faktoren (wie genetische Prädisposition).
Interessanterweise können parodontale Erkrankungen aber nicht nur durch systemische Faktoren beeinflusst werden, sondern selbst auch eine systemische Auswirkung an Orten fernab der Mundhöhle haben. Dafür liegt inzwischen eine Vielzahl von Hinweisen aus epidemiologischen, klinischen und experimentellen Studien vor. Die am besten dokumentierten Assoziationen von parodontalen Erkrankungen – und Inhalt dieses Übersichtsbeitrags – besteht mit Atherosklerose und ihren Folgeerkrankungen, so dem Myokardinfarkt und dem Schlaganfall. Weitere Assoziationen wurden beschrieben für Diabetes mellitus, Schwangerschaftskomplikationen, rheumatoide Arthritis sowie neurodegenerative Erkrankungen.
Nach derzeitigem Kenntnisstand besteht eine moderat ausgeprägte positive Assotiation von parodontalen Infektionen mit Atherosklerose und ihren Folgeerkrankungen. Daher kann gefolgert werden, dass parodontale Infektionen einen unabhängigen Risikofaktor für Atherosklerose und deren klinische Folgen darstellen. Aktuelle Interventionsstudien zeigen übereinstimmend, dass durch die Behandlung einer Parodontitis ein positiver Effekt auf subklinische Marker der Atherosklerose erzielt wird. Es konnte allerdings noch nicht bewiesen werden.

Auszug aus ZM101, 18A,16.09.11, 2484, Dr.Moritz Kebschull



Eingestellt am 13.10.2011 von Dr. Wagner
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